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Hamburger Umweltsenator zeichnet NUN-Zertifizierte aus

Der Hamburger Umweltsenator Kerstan würdigt das Engagement von acht Bildungsakteuren mit dem NUN-Zertifikat. NUN – „norddeutsch und nachhaltig“ - steht für überzeugende Bildungsarbeit und einen enkeltauglichen Wandel unserer Gesellschaft. NUN zeichnet Bildungsakteure aus, die Themen und Methoden für zukunftsfähiges Denken und Handeln in ihren Angeboten vorbildhaft einsetzen und ihre Teilnehmenden zur Teilhabe an der nachhaltigen Transformation unserer Gesellschaft motivieren.

"Die NUN-Zertifizierten machen Menschen Mut, sich an einem Wandel unserer Lebens- und Wirtschaftsweise zu beteiligen, der die planetaren Grenzen berücksichtigt. Mut, den wir gerade in Zeiten der Corona-Pandemie gut gebrauchen können. Mit diesen Zertifizierten können wir darauf bauen, dass die Belange des Klima- und Ressourcenschutzes, der Solidarität und Teilhabe in der Bildung thematisiert und weitergegeben werden“, würdigt Umweltsenator Jens Kerstan das Engagement der Ausgezeichneten. Die NUN-Zertifizierten vermitteln Themen der Nachhaltigkeit fachlich versiert, schneidern aus einer großen Methodenvielfalt zielgruppenspezifische Angebote und eröffnen Spielräume, Selbstwirksamkeit zu erfahren. Damit orientieren sie sich am weltweiten Konzept einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, das von der UNESCO befördert wird.

„Die Qualitätsentwicklung in der außerschulischen Bildung für nachhaltige Entwicklung durch das NUN-Zertifikat ist ein Erfolgsmodell und ein wichtiger Baustein des ´Hamburger Masterplan BNE 2030´. Der BNE-Masterplan ist eine Bildungsstrategie, die mit breiter Beteiligung in der Hamburger Bildungslandschaft entwickelt wurde. Er befindet sich derzeit in der politischen Abstimmung. Der Masterplan BNE wird Hamburgs Ruf als BNE-Hauptstadt weiter festigen“, ist sich Ralf Behrens als Vorsitzender der NUN-Kommission sicher.

Die Stadt Hamburg vergibt das NUN-Zertifikat seit 2014. Die S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung organisiert als Hamburger Geschäftsstelle das Zertifizierungsverfahren und den damit verbundenen Qualitätsentwicklungsprozess. In den vier beteiligten NUN-Ländern Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein sind bereits über 100 Akteure zertifiziert.

Die NUN-Zertifizierung macht die Qualität der Bildung für Nachhaltige Entwicklung nach außen hin sichtbar und ermöglicht Schulen, Kitas, Familien und Engagierten, sich im non-formalen Bildungsangebot zu orientieren und Kooperationen für Bildungspartnerschaften aufzubau

Die neuen NUN-Zertifizierten

Minitopia ist Plattform, Keimzelle und Spielplatz urbaner Selbstversorgung. Das Gelände einer alten Brummi-Werkstatt in Wilhelmsburg ist zu einem Kleinod und Begegnungsraum für alle geworden, die interessiert sind heraus zu finden, ob und wie wir uns in Zeiten der Globalisierung mit den Ressourcen vor Ort, unseren eigenen Händen und gegenseitiger Unterstützung in der Stadt überhaupt noch selbst versorgen können. Vergessene Methoden werden getestet und neue Konzepte erprobt: vom Gärtnern, über Metallarbeiten, Tischlern, Nähen. Im Rahmen des Ganztages bietet das Team von Minitopia Kurse für Schüler*innen am Nachmittag an, die häufig für die offenen Werkstätten gleich dableiben. Mit dem Lüttville e.V. wird Minitopia einmal im Jahr zum Ort für das SÜDWÄRTS Jugendfestival mit Musik, Kunst und Workshops zum Selbermachen, umsonst & draußen.

Das Haus der Wilden Weiden der Stiftung Natur im Norden ist ein inspirierender Lernort gelegen im Naturschutzgebiet Höltigbaum in Rahlstedt. Die großen globalen Zusammenhänge werden hier an konkreten Phänomenen in der Natur konkret begreif-bar. In einer Vielzahl an Bildungsangeboten von Führungen, über praktische Naturschutzarbeit, Vorträge, Workshops, Ferienprogramme und Kindergeburtstage werden Menschen motiviert, selbst für ihre Umwelt als unser aller Lebensgrundlage aktiv zu werden. Kindergarten- und Grundschulgruppen begleitet das Team über ein ganzes Jahr im Rahmen des „Wilma-von-den-Wilde-Weiden“-Projektes.

Mit dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) bietet die Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) in Wilhelmsburg ein Jahr der ökologischen und politischen Bildung und Orientierung für junge Menschen nach dem Schulabschluss an. In der täglichen Mitarbeit in ihren Einsatzstellen, wie Umweltzentren oder bei Nachhaltigkeitsprojekten und –initiativen, sammeln die Freiwilligen berufliche Erfahrungen. In den begleitenden Seminarwochen übernehmen die Jugendlichen selbst die Federführung und arbeiten zu Themen wie Konsum, Klima- und Ressourcenschutz, Ernährung und persönlicher Konsum.

Costanza Müller, Diplom-Ökotrophologin, aus Hummelsbüttel ist unter dem Firmen-Namen „nährmehr“ tätig. Essen + Ernährung. Hygiene + Reinigung. Prävention + Lebensstil: Costanza Müller vereint diese Welten und zeigt die darin verborgene Vielfalt auf. In Seminaren, (Koch-) Workshops und Fortbildungen berät sie Kitas, Schulen, Caterer, Gemeinden und andere öffentliche Einrichtungen und unterstützt sie dabei, die Bereiche Ernährung, Hygiene und Reinigung nachhaltig zu gestalten. Eine fundierte Ausbildung und Einbindung in ein umfassendes Netzwerk verleihen ihrer Arbeit fachliche Tiefe und Aktualität.

Zum zweiten Mal NUN-ausgezeichnet

Der Ökomarkt e.V. aus Eimsbüttel berät Verbraucherinnen und Verbraucher zu allen Fragen rund um die ökologische Landwirtschaft und ihre Produkte sowie zu einer gesunden Ernährungsweise. Mit seinen pädagogischen Projekten „Bio für Kinder“ sowie „Schule und Landwirtschaft“ sorgt der Verein dafür, dass gerade Kinder und Jugendliche ohne Berührungsängste mit gesunder Ernährung sowie dem ökologischen Landbau und seinen Besonderheiten vertraut gemacht werden. In Berufsschulen und Universitäten informiert das Projekt „Bio gemeinsam entdecken“ junge Erwachsene darüber, dass jedes Lebensmittel seinen gerechtfertigten „Wert“ hat. Mit dem „Forum Berufsbildung Hamburg“ bildet der Ökomarkt Verein außerdem Fachkräfte für den Naturkosthandel aus. Für Landwirt*innen und Gärtner*innen bietet der Verein in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Hamburg Betriebsbesichtigungen und Fortbildungsveranstaltungen an.

Der Verein Mobile Bildung für die Eine Welt in Norddeutschland e.V. aus Bahrenfeld engagiert sich für den Fairen Handel in Hamburg und Norddeutschland. Das Projekt „hamburg mal fair“ realisiert Bildungs- und Beteiligungsangebote zum Thema Welthandel und Fairer Handel für und mit Kindern, Jugendlichen, Lehrer*innen und Multiplikator*innen. Die „Fair-Handels-Beratung“ berät und schult Weltläden und Fair-Handels-Gruppen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Projektstelle der Fair Trade Stadt Hamburg zielt auf eine Stärkung des Fairen Handels in der Hamburger Metropolregion ab. Sie spricht vor allem öffentliche Unternehmen, Hochschulen, Bezirksverwaltungen und auch die Zivilgesellschaft an.

Die Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V. mit Sitz in der Hamburger Neustadt ist seit über 30 Jahren mit ihrer grünennahen politischen Erwachsenenbildung und Jugendbildung eine feste Größe in Hamburg. Ziel des Vereins ist es dabei, die Zielgruppen nicht zu begrenzen, sondern „Bildung für alle“ anzubieten. In vielfältigen Formaten, wie Bildungsurlauben (europaweit), Film-Vorführungen, Buch-Vorstellungen, Fortbildungen, Exkursionen und vielem mehr bieten sie Raum für Auseinandersetzung mit aktuellen Facetten von Themen über Inklusion, Stadtentwicklung, Sozialer Teilhabe und Gender.

Dr. Christian Baudy aus Harburg gestaltet als zweisprachiger Online-Redakteur maßgeblich das Harburger Klimaportal unter www.harburg21.de. Damit wirkt er katalysierend für die Vernetzung der Akteure für eine nachhaltige Entwicklung im Raum Harburg und darüber hinaus. Neben den redaktionellen Tätigkeiten, konzipiert und organisiert Dr. Christian Baudy verschiedene Veranstaltungen im Rahmen von HARBURG 21, sei es ein Fahrradkino mit begleitendem Gespräch oder ein Besuch im Klimahain in dem klimataugliche Arten gepflanzt werden und Anlass zur Auseinandersetzung mit Strategien zur Klimaanpassung bieten. Im Rahmen eines Bildungsurlaubs zur „Fair Trade Stadt Hamburg“ engagiert er sich auch in der politischen Bildung.

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Foto: Amelie Paassen, FOEJ/BUKEA
Foto: Amelie Paassen, FOEJ/BUKEA